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25.02.2018 Niederlage in der Eisschlacht von Vonkeln

In einem hochemotionalen Kampf unterlag unsere erste Mannschaft letztlich mit 3:5 gegen die vom Niederrhein angereisten Weselaner. Und wie nicht zum ersten Mal, wenn Schachfreunde aus dem Niederrhein in das Vonkelner Hochgebirge anreisen, gab es auch dieses Mal Schwierigkeiten - unserer Eiswarnung folgend hatten unsere Gegner den Wagen oben stehen gelassen und waren zu Fuß den Waldweg heruntergekommen, wobei einer gestürzt war. Glücklicherweise ist nichts schlimmeres passiert und der Kampf konnte mit knapp zehn Minuten Verspätung beginnen.

Schachlich begann der Kampf mit einem Fehlstart - Lisa an Brett 7 erlag recht schnell einem Scheinangriff ihres Gegners, indem sie ein Mal daneben griff und auch Patrick musste an Brett 1 ungewohnt schnell die Waffen strecken, nachdem ihm in seiner Spezialität, der französischen Verteidigung, ein groben Schnitzer unterlief; auch Georg musste gegen Ende der vierten Stunde seiner Unachtsamkeit, einem eingestellten Bauern, Tribut zollen.

Das Unheil gegen die eigentlich befreundeten Weselaner nahm seinen Lauf, als die nicht näher zu definierenden Laute und Ausrufe an Brett 8 Überhand nahmen und sich Vonkelner Spieler dadurch gestört fühlten; dies gepaart mit unüberwindbaren Schwierigkeiten mit einer korrekten Partienotation des Weselaner Spielers bei gleichzeitiger Zeitnot von Thomas führten zu sehr unschönen Zwischenfällen, bei denen zwischenzeitlich auch ein Protest wegen des Glatteises an dem Zuweg zu Vonkeln drohte.

Falk musste trotz zwischenzeitlich deutlich besserer Stellung bei dreimaliger Stellungswiederholung remis geben und auch Wolfgang vergab ein klar gewonnenes Endspiel unglücklich zum remis, so dass es zwischenzeitlich 4:1 gegen uns stand. 

In finaler Zeitnot von Thomas an Brett 8 griff Patrick als playing captain durch und erstritt wegen des immer noch fortwährenden Durcheinanders bei der Notation eine zweiminütige Zeitgutschrift für Thomas. Danach kehrte an diesem Brett glücklicherweise Ruhe ein, weil sich Brett 1 unserer Gäste demonstrativ neben das Brett stellte und seinen Mannschaftskollegen zur regelmäßigen Notation ermunterte.

Neben dem strittigen Brett ging die Aufregung munter weiter und kulminierte in sehr unschönen lauten Beschimpfungen zwischen einzelnen Spielern und in einer dieser Form in Vonkeln nie dagewesenen Aggression, bei der einer der Gäste ein Schachbrett in der Küche umschmiss und laut wütend durch das Spiellokal polterte.

Nach etwa fünfeinhalb Stunden endeten dann auch die noch fehlenden drei Partien - Ulrich konnte an Brett 2 mit ebensovielen Damen auf dem Brett sehr schön gewinnen und auch Thomas konnte mit noch 9 Sekunden auf der Uhr mit König und Dame gegen König mattsetzen - an dieser Stelle ein besonderer Glückwunsch an diese Nervenleistung; nach über einer Stunde finaler Zeitnot noch eine Partie sauber zu Ende zu bringen verdient allen Respekt.

Quasi gleichzeitig musste Oliver sein Turmendspiel unglücklich verloren geben, auch hier wäre ein remis drin gewesen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich sowohl bei uns als auch bei den einzelnen wutschnaubend wieder abgereisten Schachfreunden aus Wesel die Gemüter ein wenig den Außentemperaturen genähert haben. Denn: es geht nicht nur um Nichts (wir spielen ja nur Schach und löschen keine brennenden Ölfelder oder operieren Kinderherzen), sondern innerhalb dieses Nichts ging es auch schachlich um Nichts (weder wir noch unsere Gäste werden nach derzeitigem Stand auf- oder gar absteigen).